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31.03.

31.03.

Zurück in der Stadt, im Simit-Haus, sitzen neben mir zwei Männer, die ich zunächst für Dads halte, die hier nach dem Kinderabliefern auf einen Tee eingekehrt sind, bis mich ihr intensives Gespräch aus meiner Zeitungslektüre lockt.

Es handelt sich wohl eher um ein sogenanntes Tandem. Der eine ist Deutscher, der andere soll mit ihm die Deutsche Sprache praktizieren. Seit längerem überlegte ich, ob ich mir für meine Studien des Dänischen auch einen Tandempartner suchen sollte. Seit heute früh nicht mehr.

Der Deutsche fragt: Was ist denn Dein Lieblingsgericht? Der Tandempartner sagt: Fisch. Ich esse gerne Fisch.

Der Deutsche: Und was hältst Du von Rohkost?

Der Tandempartner muss sich erst erklären lassen, was es mit dem Begriff der Rohkost auf sich hat. Daraufhin sagt er: Ich esse gern Salat.

Der Deutsche: Aha. Was für Salat? Um dann, als er keine ihn zufriedenstellende Antwort erhält, die absurde Frage nachzuschieben: Welche Mahlzeit nimmst Du ihm Bett ein?

Der ihm die Antwort schuldig ist, behauptet, das prinzipiell nie zu tun. Der Deutschmeister glaubt ihm nicht. Sagt „Wie ungemütlich.“ Und schwenkt dann auf Getreidesorten um: sein Prüfling soll sie ihm alle aufzählen.

Beim Zahlen fällt einer älteren Frau mit Kopftuch, die vor mir in der Schlange steht, ein kleiner Gegenstand aus der Handtasche. ich bücke mich und sehe erst jetzt, dass es sich um ein Plastikröhrchen mit einer hellen Substanz handelt. Ich übereiche es ihr rasch. Sie schaut mich an und sagt „wie peinlich“. Dann bestellt sie auf Türkisch noch etwas Gebäck.

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