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Guten Tag, mein Name ist Joachim Bessing.
Ich beschäftige mich mit vielerlei Dingen.
Wie Cyprien Gaillard einmal sehr schön festgestellt hat: «Art seemed to me like a shelter for all my activities». Mit dieser Seite gewähre ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, einen ausführlichen Überblick zu meinen
Neigungen und Tätigkeiten.

TAGEBUCH

Pablo

2026:
PABLO

Seit dem 1. Januar 2016 führe ich ein öffentliches Tagebuch, das in jedem Jahr unter einem neuen Titel erscheint. In diesem Jahr lautet das Motto «Pablo». Tagebucheinträge aus den vorangegangenen Jahren 2021 bis 2025 einschließlich sind hier auf der Seite archiviert; die aus den früheren finden sich bei waahr.de


08.07.

Wenn, wie derzeit üblich, der Regen schlagartig aus den Wolken fällt, jagen die Mauersegler wie aus dem Nichts heran und retten sich, anscheinend, ohne abzubremsen, in die Spalte zwischen unserem und dem Nachbarhaus. Das spielt sich auf der Höhe meines Fensters ab. Auch höre ich sie dann kraspeln in der Wand hinter dem Platz, an dem ich schreibe. Und an dem ich übrigens gestern einige Stunden lang mit einem heldenhaften Ringen mit der Bürokratie mich wiederfand. Siegreich letzten Endes. Wider Erwarten (was das Schönste ist.)

In einer Regenpause begegnete uns abends ein Fuchs im Park. Ich hatte ihn schon von weitem entdeckt, als Silhouette, sie sind ja so dünn, charakteristischerweise, dann kam er uns aber entgegen und erwartete eindeutig ein Futter von uns. Tollwütig oder anderswie krank war er nicht. Aber mager.

Wie der Waschbär steht der Fuchs mit den Wildschweinen hier in der Stadt auf einer Liste, die ihn als Wildtier festhält. Ob er in die Kategorie Stadttier aufrücken wird, wie beispielsweise Tauben und Nebelkrähen, ist eine Sache der Regionalpolitik. Als Stadttier hätte er Rechte, als Wildtier wird er bejagt.

Jahrelang habe ich mich in der Tierschutzgruppe der Partei mit solchen Fragestellungen beschäftigt, um womöglich etwas gerechtes bewirken zu können. Letztlich habe ich mein Engagement dann aber eingestellt, weil die Tierschutzgruppe fusionieren sollte mit der Tierschutzgruppe einer anderen Partei. Schließlich sei man doch in der selben Sache unterwegs. Das sehe ich anders.

In der Regionalpolitik hat man es aber oftmals mit Leuten zu tun, für die eine Partei wie ein Verein ist. Die Zusammenkünfte sind angenehmer Zeitvertreib, man „kommt unter Menschen“, hat etwas zu tun. In Großstädten sind manche darauf angewiesen. Volleyball ist nicht jedermanns Sache. Allerdings verbrauchen diese Leute auch viel von der Zeit, die man konstruktiv nutzen könnte, um etwas gerechtes zu bewirken. Am Ende ist es vielleicht auch egal. Der Fuchs ahnt von alledem auch nichts.

Wie in jedem Sommer habe ich auch zu Beginn diesjenigem dem Feuilleton mein Angebot gemacht, über den Seltsamen Abschied zu schreiben. Für mich das Sommerbuch schlechthin! Außerdem war ich ja gerade erst in der Lenzstadt, die auch meine war, die Eindrücke sind noch farbfeucht.

Freilich ist auch in diesem Sommer kein Platz dafür. Das Gute an den niedrigen Zeitungshonoraren ist, dass es egal ist, wenn etwas angelehnt wurde. Es fällt längst nicht mehr ins Gewicht.

Außerdem muss ich annehmen, dass ich bloß nach einem Vorwand gesucht habe, um das Buch wiederlesen zu dürfen. Denn jetzt ist seine Zeit. Tatsächlich zeigt es sich von wieder anderen Seiten. Beispielsweise war mir entfallen, vielleicht hat es zuvor nie eine Rolle für mich gespielt, dass Eugen Rapp in dem Band 55 Jahre alt ist. Und auf der Seite 101 kommt mein Heimatdorf namentlich vor.

Der Bademeister hier im sogenannten Sommerbad hat sich heute früh, als ich dort saß und las, bei mir beschwert, dass es so kühl sei. Und es stimmte, außer mir war niemand da. Das Wasser blau, aber nicht glatt, da von den Winden gekräuselt. Und im Gebüsch vermutlich der Fuchs.

Das sind alles Dinge und Beobachtungen, die viel zu klein sind für ein Feuilleton. Wo sonst sollte ich die Nebensachen hineinschreiben, wenn nicht hier?

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BÜCHER

Seit 1998 bin ich freier Schriftsteller. Ich beschäftige mich mit autobiografischem Schreiben. Meine erste literarische Veröffentlichung war die Erzählung «Contrazoom», erschienen im Sammelband Mesopotamia, den Christian Kracht herausgegeben hat. Ende Februar erscheint Wachs und Gold bei Matthes & Seitz.

JOURNALISMUS

Neben einer veritablen Flut an Texten für Zeitungen und Zeitschriften, die in den vergangenen Jahren natürlich stark eingedämmt wurde, habe ich ab und an auch in Redaktionen sogenannte Positionen bekleidet. So war ich als Chefredakteur der Zeitschrift Quest bestellt, habe das Stil-Ressort bei der Welt am Sonntag geleitet, war als Korrespondent für Monocle in Äthiopien stationiert, war «Editor at Large» bei der franco-russischen Frauenzeitschrift L’Officiel und «Executive Editor» bei der russisch-deutschen Ausgabe von Andy Warhols Interview. Temps passé… und Zeit essen Texte auf. Eine Auswahl geglückter Texte finden Sie auf waahr.de. Interviews in englischer Sprache bei 032.com.

LITERARISCHER JOURNALISMUS

2013 habe ich mit Anne Waak und Ingo Niermann waahr.de gegründet. Ein Archiv für literarischen Journalismus. Schöne und erhaltenswerte Texte aus der jüngsten Vergangenheit, aus dem zwanzigsten Jahrhundert und sogar aus noch früheren Jahren vor der Erfindung der Paywall werden dort in Ehren gehalten und den am Lesen interessierten zugänglich gemacht. Für immer! Vermutlich

ÜBERSETZUNG

Ich übersetze aus dem Englischen. Als Highlight meines Schaffens erscheint mir diesbezüglich die deutsche Ausgabe Anständig Trinken von Kingsley Amis. Für die Gestaltung war Friedrich Forssmann zuständig, mit dem ich wiederum die Idee entwickeln konnte, dass Eugen Egner das fertig gesetzte Buch mit seinen Kugelschreiber-Zeichnungen (und Kommentaren) verziert. Ornament und Verbrechen liegen bekanntlich nah beieinander: Martin Amis (sein Vater Kingsley war längst verstorben) verhinderte sämtliche Neuauflagen des, wie ich fand, schönen Buches, eben dieser Gestaltung wegen. Die vom Rowohlt-Verlag besorgte Neugestaltung war dann freilich nüchtern.

BERATUNG

Durch meine jahrzehntelange Erfahrung im Ausbrüten längerer Gedankenspiele bin ich zum fruchtbaren Quell für Ideen aller Art gereift. Ratsuchende oder schlicht überforderte Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch Privatpersonen mit Sendungsbewusstsein lassen sich von mir mit angenehmen Formen für ihre Inhalte versorgen. Ich habe gute Erfahrungen mit sogenanntem Ghostwriting gemacht — sowohl in Buchform, aber auch für Reden oder Beiträgen in Zeitschriften —, kann mir aber auch Ihren Ton anverwandeln, um beispielsweise Ihre Newsletter zu verfassen. Referenzen auf Anfrage.

BOTANISIEREN


Meine Liebe zur Natur, dort speziell zum Ernten, Spazieren, zu Hasen und Vögeln, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Mein Verleger Andreas Rötzer ist der Meinung, ich sei wahrscheinlich ein Urban Writer, aber das trifft nur bedingt zu und dahingehend, dass ich auch in den Städten stets nach dem Natürlichen auf der Suche bin. So hatte ich eine mehrjährige Beziehung zu einem Hasen der Rasse Farbzwerg, der am Place de l’Opéra lebte (sein Besitzer war obdachlos). Pinocchio (der Hase) dürfte mittlerweile nicht mehr am Leben sein. Ich habe ihn jedenfalls bei meinem letzten Besuch in Paris nicht mehr wiederfinden können. Eine schöne Auswahl meiner Begegnungen mit Pflanze und Tier wird Ihnen hier zu treuen Händen gegeben.

KONTAKT

email: joachim.bessing@me.com

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