Joachim Bessing Tagebuch, BÜCHER, Journalismus Literascher, Journalismus, ÜBERSETZUNG, BERATUNG, TV, BOTANISIEREN, Kontakt

Guten Tag, mein Name ist Joachim Bessing.
Ich beschäftige mich mit vielerlei Dingen.
Wie Cyprien Galliard einmal sehr schön festgestellt hat: «Art seemed to me like a shelter for all my activities». Mit dieser Seite gewähre ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, einen ausführlichen Überblick zu meinen
Neigungen und Tätigkeiten.

TAGEBUCH

2021:
SCHÄUMENDE
TAGE

Seit dem 1. Januar 2016 führe ich ein öffentliches Tagebuch, das in jedem Jahr unter einem wechselnden Titel erscheint. In diesem Jahr lautet das Motto «Schäumende Tage». Tagebucheinträge aus den vorangegangenen Jahren sind archiviert bei waahr.de

12.4.

Ich bedauere es mittlerweile sehr, dass ich mich an die allermeisten meiner kulinarischen Erfahrungen nicht mehr recht erinnern kann, oder gar noch gar nie konnte? Eventuell weil positive Erfahrungen dieser Art bei mir nicht spezifisch gespeichert wurden, bloß generell als gut; das reicht schon aus, um beim Anblick der nächsten Auster meinen Wunsch zu produzieren, sie schlürfen zu dürfen. Aber ich schwelge nie in Austernfantasien.

In Texten, noch mehr in Filmen gibt es manchmal diese Szenen, in denen sich jemand an seinen ersten Schluck Champagner erinnert — lebhaft, perlend: ich beneide dann die Figuren, halte solche Erinnerungen an konkrete Geschmackserlebnisse aber für konstruiert.

Gestern habe ich einem Mädchen von vier Jahren eine Kaugummispezialität namens Center Shock geschenkt. Dabei handelt es sich wohl um einen mundgerechten Behälter aus süßem Kaugummi, in dessen Inneren ein schockierend saures Gel verkapselt wurde. Die Geschmacksrichtung war laut Einwickelpapier «Hidden Apple». Das Mädchen kann noch nicht lesen, also war sie bei Ihrer Vorstellung, wie diese ihr unbekannte Süßigkeit wohl schmecken oder wirken könnte, allein auf die Beschreibungen der Autoritätspersonen in ihrem Umfeld angewiesen.

Auf einem Video, das die Mutter angefertigt hat, ist das Mädchen dabei zu sehen, wie sie zunächst voller Vorfreude den Center Shock in den Mund legt. Dann, nach erstem Kauen, macht sich die unerwartet sauer schmeckende Füllung des Hidden Apple breit und instinktiv reißt sie sich sofort den eben noch süße Informationen verteilenden Bissen heraus. Versucht es dann nach einigen Augenblicken nochmal — jetzt überwiegt bei ihr der Unglaube, dass ein Gastgeschenk auch etwas Unangenehmes sein könnte. Trotz allem, es schmeckt ihr weiterhin nicht. «Zu sauer, zu scharf».

Gleich darauf rationalisiert sie das irritierende Erlebnis mit dem Danaergeschenk als «gute Idee, die leider nicht gut schmeckt.»

Ich hoffe, dass sie eines Tages darüber schreiben wird.

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BÜCHER

Seit 1998 bin ich freier Schriftsteller. Ich beschäftige mich mit autobiografischem Schreiben. Meine erste literarische Veröffentlichung war die Erzählung «Contrazoom», erschienen im Sammelband Mesopotamia, den Christian Kracht herausgegeben hat. Aktuell sind erschienen Bonn. Atlantis der BRD und Hamburg. Sex City, beide bei Matthes & Seitz.

 

JOURNALISMUS

Neben einer veritablen Flut an Texten für Zeitungen und Zeitschriften, die in den vergangenen Jahren natürlich stark eingedämmt wurde, habe ich ab und an auch in Redaktionen sogenannte Positionen bekleidet. So war ich als Chefredakteur der Zeitschrift Quest bestellt, habe das Stil-Ressort bei der Welt am Sonntag geleitet, war als Korrespondent für Monocle in Äthiopien stationiert, war «Editor at Large» bei der franco-russischen Frauenzeitschrift L’Officiel und «Executive Editor» bei der russisch-deutschen Ausgabe von Andy Warhols Interview. Temps passé… und Zeit essen Texte auf. Eine Auswahl geglückter Texte finden Sie auf waahr.de. Interviews in englischer Sprache bei 032.com.

LITERARISCHER JOURNALISMUS

2013 habe ich mit Anne Waak und Ingo Niermann waahr.de gegründet. Ein Archiv für literarischen Journalismus. Schöne und erhaltenswerte Texte aus der jüngsten Vergangenheit, aus dem zwanzigsten Jahrhundert und sogar aus noch früheren Jahren vor der Erfindung der Paywall werden dort in Ehren gehalten und den am Lesen interessierten zugänglich gemacht. Für immer! Vermutlich

ÜBERSETZUNG

Ich übersetze aus dem Englischen. Als Highlight meines Schaffens erscheint mir diesbezüglich die deutsche Ausgabe Anständig Trinken von Kingsley Amis. Für die Gestaltung war Friedrich Forssmann zuständig, mit dem ich wiederum die Idee entwickeln konnte, dass Eugen Egner das fertig gesetzte Buch mit seinen Kugelschreiber-Zeichnungen (und Kommentaren) verziert. Ornament und Verbrechen liegen bekanntlich nah beieinander: Martin Amis (sein Vater Kingsley war längst verstorben) verhinderte sämtliche Neuauflagen des, wie ich fand, schönen Buches, eben dieser Gestaltung wegen. Die vom Rowohlt-Verlag besorgte Neugestaltung war dann freilich nüchtern.

 

Aber meine Übersetzungslust wächst nicht allein an literarischen Texten. Ein treuer Anhänger meiner fühlsamen Kunst ist beispielsweise ein schwedisches Unternehmen aus dem Bereich Im und Export marokkanischer Zementfliesen, marrakechdesign.de

BERATUNG

Durch meine jahrzehntelange Erfahrung im Ausbrüten längerer Gedankenspiele bin ich zum fruchtbaren Quell für Ideen aller Art gereift. Ratsuchende oder schlicht überforderte Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch Privatpersonen mit Sendungsbewusstsein lassen sich von mir mit angenehmen Formen für ihre Inhalte versorgen. Ich habe gute Erfahrungen mit sogenanntem Ghostwriting gemacht — sowohl in Buchform, aber auch für Reden oder Beiträgen in Zeitschriften —, kann mir aber auch Ihren Ton anverwandeln, um beispielsweise Ihre Newsletter zu verfassen. Ein geglücktes Beispiel ist meine jahrelange Zusammenarbeit mit Melanie Dal Canton für mdc-cosmetic.com.

TV

Seit 2017 moderiere ich an der Seite von Oskar Roehler die Spielfilmreihe «Skandal» des TV-Senders Tele 5. Die Reihe wird zweimal im Jahr ausgestrahlt.

BOTANISIEREN



Meine Liebe zur Natur, dort speziell zum Ernten, Spazieren, zu Hasen und Vögeln, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Mein Verleger Andreas Rötzer ist der Meinung, ich sei wahrscheinlich ein Urban Writer, aber das trifft nur bedingt zu und dahingehend, dass ich auch in den Städten stets nach dem Natürlichen auf der Suche bin. So hatte ich eine mehrjährige Beziehung zu einem Hasen der Rasse Farbzwerg, der am Place de l’Opéra lebte (sein Besitzer war obdachlos). Pinocchio (der Hase) dürfte mittlerweile nicht mehr am Leben sein. Ich habe ihn jedenfalls bei meinem letzten Besuch in Paris nicht mehr wiederfinden können. Eine schöne Auswahl meiner Begegnungen mit Pflanze und Tier wird Ihnen hier zu treuen Händen gegeben.

KONTAKT

email: joachim.bessing@me.com

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