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Guten Tag, mein Name ist Joachim Bessing.
Ich beschäftige mich mit vielerlei Dingen.
Wie Cyprien Gaillard einmal sehr schön festgestellt hat: «Art seemed to me like a shelter for all my activities». Mit dieser Seite gewähre ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, einen ausführlichen Überblick zu meinen
Neigungen und Tätigkeiten.

TAGEBUCH

Pablo

2026:
PABLO

Seit dem 1. Januar 2016 führe ich ein öffentliches Tagebuch, das in jedem Jahr unter einem neuen Titel erscheint. In diesem Jahr lautet das Motto «Pablo». Tagebucheinträge aus den vorangegangenen Jahren 2021 bis 2025 einschließlich sind hier auf der Seite archiviert; die aus den früheren finden sich bei waahr.de


23.02.

Bevor ich dem Mann begegnete, der seinen Harn nonchalant gegen den Stamm eines Baumes, wie es heißt: abschlagen würde, machte ich im Vorübergehen die Beobachtung einer Frau, die in dem Schaukasten, der in einem niedrigen Anbau des Einkaufszentrums die Kaufangebote für Immobilien zeigt, die veralteten Preistafeln auswechselte.

Eine Sparkassenangestellte: es durchfuhr mich. Dieses Wort scheint, im
Gegensatz zu Schuster oder auch Schriftsteller, ja sogar Polizist einen herausgehobenen emotionalen Valeur für mich zu besitzen. Ob der im Weltspartag zu Kinderzeiten begründet liegt, an Aktenzeichen XY, dem mythisch gewordenen „Banküberfall“ — wer weiß?

Seit dem ich das vorzügliche Büchlein von Martin Warnke gelesen habe, steht mir die megadimensionale Bedeutungsgalaxis vor Augen, mit der jedes Large Language Model „hantiert“. Noch schwerer vorstellbar für
mich bleibt freilich, dass es ein gleichwie lernwilliges Programm fertig bringen könnte, meine seelischen Bindungen an die einzelnen Worte zu dechiffrieren alleine durch „lesen“.

Am Samstag, auf Janas Geburtstag, geriet ich dann auch bald schon in die Fänge eines „KI-Unternehmers“, sie sind jetzt ja überall. Seine Versuche, mich von den segensartigen Vorzügen seines Produktes zu überzeugen scheiterte dann gleich an den Basics.

Doch Peter hatte die Räume mit einer Girlande aus bunten Wimpeln dekoriert, die einst das Schiff seiner Familie zu Geburts- und Hochzeitstagen geschmückt hatte. So groß war dies Schiff offenbar, so hoch ragte sein Mast, dass die Wimpel sich durch mehrere Räume spannen ließen. Und auf einer alten Fotografie waren die Eltern selbst noch zu sehen im gemeinsamen Betrachten eines Details auf den Seiten eines Buches, das aufgeschlagen vor ihnen lag. In der Unschärfe des Hintergrundes das Regal mit der Bibliothek von Mannesse — „wie im tiefsten Frieden“.

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BÜCHER

Seit 1998 bin ich freier Schriftsteller. Ich beschäftige mich mit autobiografischem Schreiben. Meine erste literarische Veröffentlichung war die Erzählung «Contrazoom», erschienen im Sammelband Mesopotamia, den Christian Kracht herausgegeben hat. Ende Februar erscheint Wachs und Gold bei Matthes & Seitz.

JOURNALISMUS

Neben einer veritablen Flut an Texten für Zeitungen und Zeitschriften, die in den vergangenen Jahren natürlich stark eingedämmt wurde, habe ich ab und an auch in Redaktionen sogenannte Positionen bekleidet. So war ich als Chefredakteur der Zeitschrift Quest bestellt, habe das Stil-Ressort bei der Welt am Sonntag geleitet, war als Korrespondent für Monocle in Äthiopien stationiert, war «Editor at Large» bei der franco-russischen Frauenzeitschrift L’Officiel und «Executive Editor» bei der russisch-deutschen Ausgabe von Andy Warhols Interview. Temps passé… und Zeit essen Texte auf. Eine Auswahl geglückter Texte finden Sie auf waahr.de. Interviews in englischer Sprache bei 032.com.

LITERARISCHER JOURNALISMUS

2013 habe ich mit Anne Waak und Ingo Niermann waahr.de gegründet. Ein Archiv für literarischen Journalismus. Schöne und erhaltenswerte Texte aus der jüngsten Vergangenheit, aus dem zwanzigsten Jahrhundert und sogar aus noch früheren Jahren vor der Erfindung der Paywall werden dort in Ehren gehalten und den am Lesen interessierten zugänglich gemacht. Für immer! Vermutlich

ÜBERSETZUNG

Ich übersetze aus dem Englischen. Als Highlight meines Schaffens erscheint mir diesbezüglich die deutsche Ausgabe Anständig Trinken von Kingsley Amis. Für die Gestaltung war Friedrich Forssmann zuständig, mit dem ich wiederum die Idee entwickeln konnte, dass Eugen Egner das fertig gesetzte Buch mit seinen Kugelschreiber-Zeichnungen (und Kommentaren) verziert. Ornament und Verbrechen liegen bekanntlich nah beieinander: Martin Amis (sein Vater Kingsley war längst verstorben) verhinderte sämtliche Neuauflagen des, wie ich fand, schönen Buches, eben dieser Gestaltung wegen. Die vom Rowohlt-Verlag besorgte Neugestaltung war dann freilich nüchtern.

BERATUNG

Durch meine jahrzehntelange Erfahrung im Ausbrüten längerer Gedankenspiele bin ich zum fruchtbaren Quell für Ideen aller Art gereift. Ratsuchende oder schlicht überforderte Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch Privatpersonen mit Sendungsbewusstsein lassen sich von mir mit angenehmen Formen für ihre Inhalte versorgen. Ich habe gute Erfahrungen mit sogenanntem Ghostwriting gemacht — sowohl in Buchform, aber auch für Reden oder Beiträgen in Zeitschriften —, kann mir aber auch Ihren Ton anverwandeln, um beispielsweise Ihre Newsletter zu verfassen. Referenzen auf Anfrage.

BOTANISIEREN


Meine Liebe zur Natur, dort speziell zum Ernten, Spazieren, zu Hasen und Vögeln, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Mein Verleger Andreas Rötzer ist der Meinung, ich sei wahrscheinlich ein Urban Writer, aber das trifft nur bedingt zu und dahingehend, dass ich auch in den Städten stets nach dem Natürlichen auf der Suche bin. So hatte ich eine mehrjährige Beziehung zu einem Hasen der Rasse Farbzwerg, der am Place de l’Opéra lebte (sein Besitzer war obdachlos). Pinocchio (der Hase) dürfte mittlerweile nicht mehr am Leben sein. Ich habe ihn jedenfalls bei meinem letzten Besuch in Paris nicht mehr wiederfinden können. Eine schöne Auswahl meiner Begegnungen mit Pflanze und Tier wird Ihnen hier zu treuen Händen gegeben.

KONTAKT

email: joachim.bessing@me.com

Design: Middlecott
Programmierung: Husain Salah
Made in Detroit, MI, U.S.A.