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Guten Tag, mein Name ist Joachim Bessing.
Ich beschäftige mich mit vielerlei Dingen.
Wie Cyprien Gaillard einmal sehr schön festgestellt hat: «Art seemed to me like a shelter for all my activities». Mit dieser Seite gewähre ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, einen ausführlichen Überblick zu meinen
Neigungen und Tätigkeiten.

TAGEBUCH

Pablo

2026:
PABLO

Seit dem 1. Januar 2016 führe ich ein öffentliches Tagebuch, das in jedem Jahr unter einem neuen Titel erscheint. In diesem Jahr lautet das Motto «Pablo». Tagebucheinträge aus den vorangegangenen Jahren 2021 bis 2025 einschließlich sind hier auf der Seite archiviert; die aus den früheren finden sich bei waahr.de


22.05.

Auf dem Weg ins Wissenschaftskolleg saß ich einem jungen Paar gegenüber, beide waren sie mit beeindruckender Perfektion auf Zerschlissenheit gestylt mit sämtlichem, was der Fanshop von Demna Gvasalia zu bieten hat. Als ich mich zu ihnen setzte, waren sie gerade dabei, ihr Werk an sich noch zu vollenden dergestalt, dass sie sich silbrige Faux-Piercings in die Gesichter klebten. Aber nicht gegenseitig, jeder für sich. Dabei hielten sie einander jeweils das gemeinschaftlich genutzte Smartphone hin als Spiegel, zu dem der Monitor der Kamerafunktion sich eignen sollte. Ein herrlicher Anblick, ein Genrebild der zwanziger Jahre, an dem ich mich nicht satt sehen konnte und das ich freilich am allerliebsten auch selbst fotografiert hätte.

Zuletzt war ich Rainald vor ein paar Jahren ebenfalls bei einer Veranstaltung der Zeitschrift für Ideengeschichte begegnet. Damals in der vergleichsweise winzigen Dependance des Verlages in der Sophienstraße und wir grüßten uns von fern. Nun saßen wir nebeneinander in dem gut gefüllten Saal. Wie ich später noch von Eike erfahren sollte, gab es für diesen Abend sogar noch einen sogenannten Überlaufraum für all diejenigen, die auf dem Mainfloor keinen Sitzplatz mehr hatten finden können.

Während der Rede von Friedrich Wilhelm Graf betrachtete ich den Freund von der Seite, wenn auch keusch. Und ganz und gar vermied ich es, einen Blick auf die Seiten des Notizbuchs in seinem Schoß gleiten zu lassen, in das er schrieb. Die Handschrift war mir die Intimsphäre, die es zu wahren galt.

Blick auf sein Profil, auch in seine Augen hingegen lösten in mir einen Prozess der Gewahrwerdung aus, der mich dann bald nach dem Ende des Podiumsgesprächs aufbrechen ließ, um dort endlich wieder alleine sein zu können mit meinen Gedanken.

Es war nämlich so: Zeit war vergangen. In mir womöglich sogar deutlich weniger als an mir. Und trotzdem.

Ein Gefühl, das anderntags nur noch verstärkt wurde, für mich völlig überraschende Weise, beim Schauen der Dokumentation von den Aufnahmearbeiten des angeblich letzten Albums der sogenannten Toten Hosen.

Ob nun tatsächlich oder nicht, spielte dabei überhaupt gar keine Rolle, aber die Darstellung des kreativen Prozesses empfand ich auf extreme Weise plastisch. Beziehungsweise akkurat. Womöglich auch aus dem Grund, da ich mit dieser Band oder Musik nichts verbinde.

Cover von Andreas Gursky dann schon einigermaßen Comic relief.

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BÜCHER

Seit 1998 bin ich freier Schriftsteller. Ich beschäftige mich mit autobiografischem Schreiben. Meine erste literarische Veröffentlichung war die Erzählung «Contrazoom», erschienen im Sammelband Mesopotamia, den Christian Kracht herausgegeben hat. Ende Februar erscheint Wachs und Gold bei Matthes & Seitz.

JOURNALISMUS

Neben einer veritablen Flut an Texten für Zeitungen und Zeitschriften, die in den vergangenen Jahren natürlich stark eingedämmt wurde, habe ich ab und an auch in Redaktionen sogenannte Positionen bekleidet. So war ich als Chefredakteur der Zeitschrift Quest bestellt, habe das Stil-Ressort bei der Welt am Sonntag geleitet, war als Korrespondent für Monocle in Äthiopien stationiert, war «Editor at Large» bei der franco-russischen Frauenzeitschrift L’Officiel und «Executive Editor» bei der russisch-deutschen Ausgabe von Andy Warhols Interview. Temps passé… und Zeit essen Texte auf. Eine Auswahl geglückter Texte finden Sie auf waahr.de. Interviews in englischer Sprache bei 032.com.

LITERARISCHER JOURNALISMUS

2013 habe ich mit Anne Waak und Ingo Niermann waahr.de gegründet. Ein Archiv für literarischen Journalismus. Schöne und erhaltenswerte Texte aus der jüngsten Vergangenheit, aus dem zwanzigsten Jahrhundert und sogar aus noch früheren Jahren vor der Erfindung der Paywall werden dort in Ehren gehalten und den am Lesen interessierten zugänglich gemacht. Für immer! Vermutlich

ÜBERSETZUNG

Ich übersetze aus dem Englischen. Als Highlight meines Schaffens erscheint mir diesbezüglich die deutsche Ausgabe Anständig Trinken von Kingsley Amis. Für die Gestaltung war Friedrich Forssmann zuständig, mit dem ich wiederum die Idee entwickeln konnte, dass Eugen Egner das fertig gesetzte Buch mit seinen Kugelschreiber-Zeichnungen (und Kommentaren) verziert. Ornament und Verbrechen liegen bekanntlich nah beieinander: Martin Amis (sein Vater Kingsley war längst verstorben) verhinderte sämtliche Neuauflagen des, wie ich fand, schönen Buches, eben dieser Gestaltung wegen. Die vom Rowohlt-Verlag besorgte Neugestaltung war dann freilich nüchtern.

BERATUNG

Durch meine jahrzehntelange Erfahrung im Ausbrüten längerer Gedankenspiele bin ich zum fruchtbaren Quell für Ideen aller Art gereift. Ratsuchende oder schlicht überforderte Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch Privatpersonen mit Sendungsbewusstsein lassen sich von mir mit angenehmen Formen für ihre Inhalte versorgen. Ich habe gute Erfahrungen mit sogenanntem Ghostwriting gemacht — sowohl in Buchform, aber auch für Reden oder Beiträgen in Zeitschriften —, kann mir aber auch Ihren Ton anverwandeln, um beispielsweise Ihre Newsletter zu verfassen. Referenzen auf Anfrage.

BOTANISIEREN


Meine Liebe zur Natur, dort speziell zum Ernten, Spazieren, zu Hasen und Vögeln, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Mein Verleger Andreas Rötzer ist der Meinung, ich sei wahrscheinlich ein Urban Writer, aber das trifft nur bedingt zu und dahingehend, dass ich auch in den Städten stets nach dem Natürlichen auf der Suche bin. So hatte ich eine mehrjährige Beziehung zu einem Hasen der Rasse Farbzwerg, der am Place de l’Opéra lebte (sein Besitzer war obdachlos). Pinocchio (der Hase) dürfte mittlerweile nicht mehr am Leben sein. Ich habe ihn jedenfalls bei meinem letzten Besuch in Paris nicht mehr wiederfinden können. Eine schöne Auswahl meiner Begegnungen mit Pflanze und Tier wird Ihnen hier zu treuen Händen gegeben.

KONTAKT

email: joachim.bessing@me.com

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Programmierung: Husain Salah
Made in Detroit, MI, U.S.A.