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Guten Tag, mein Name ist Joachim Bessing.
Ich beschäftige mich mit vielerlei Dingen.
Wie Cyprien Gaillard einmal sehr schön festgestellt hat: «Art seemed to me like a shelter for all my activities». Mit dieser Seite gewähre ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, einen ausführlichen Überblick zu meinen
Neigungen und Tätigkeiten.

TAGEBUCH

Pablo

2026:
PABLO

Seit dem 1. Januar 2016 führe ich ein öffentliches Tagebuch, das in jedem Jahr unter einem neuen Titel erscheint. In diesem Jahr lautet das Motto «Pablo». Tagebucheinträge aus den vorangegangenen Jahren 2021 bis 2025 einschließlich sind hier auf der Seite archiviert; die aus den früheren finden sich bei waahr.de


08.02.

Solche Erinnerungen an einen Wintereinbruch in New York haben sich, denke ich, mir auch deswegen so tief eingeprägt, weil ich in New York das krass Elementare des Winters in der Kulisse einer menschengemachten Welt als am malerischsten erlebt habe. Im Gebirge rührt mich hingegen der Frühlingsbeginn.

Zu den Erinnerungen gehören Bilder eines Schauens durch weitflächige Hotelfensterscheiben, aus großer Stockwerkshöhe herab auf die vom Schnee bedeckten Straßen, auf denen kaum jemand fuhr. Mittlerweile war es längst Nacht und der Schnee fiel immer noch. Jahre kam ich in diese Stadt und hatte sie dennoch nie wirklich betreten, denn man bleibt außen in den Straßen, kennt dort nur die Läden, die Restaurants, ein Hotel, bis man jemanden kennt, der hier auch wohnt und der einen schließlich auch zu sich heim lädt.

Der Sommer dann, als ich Emily bei ihrer Mutter in Chelsea besuchen durfte, der selbe Sommer, in dem ich auf einem Fahrrad des Hotels bis weit über den Central Park hinaus am Fluss entlang gefahren war und mit dem Verkehr wieder zurück in die Stadt, hat mir New York erst aufgeschlossen, wie diesen kleinen Gramercy Park neben dem Hotel, zu dessen schwarz lackiertem Eisenzaun man als Hausgast einen Schlüssel erhält, um dort spazieren gehen zu können oder um Zeitung zu lesen, wie den auch alle übrigen Anwohner des Parkquadrats ihr eigen nennen.

Von dort aus, durch die Fensterscheibe eines Zimmers in diesem Hotel, konnte ich abends in die Wohnung eines Hauses gegenüber hineinsehen. Die Wohnung war sehr lang, oder breit, beinahe länger noch oder breiter, als das Hotel. Von einem Salon bis zur Küche waren die Räume in dieser Wohnung entlang der Fassade aneinandergereiht. Vom Prinzip her war es ein Set. Und ich schob mir, wenn es Abend wurde, einen Stuhl ans Fenster, das Licht ließ ich ausgeschaltet, um dem Leben dort in dem Haus gegenüber zuzuschauen.

Das war eine schöne Zeit, die Besuche in New York, diese Zeit ist vorbei. Kapitelet sluttede, wie es im Dänischen heißt.

Übrigens hatte ich vor zwei Tagen schon auf Instagram bei Paul-Philipp Hanske gesehen, dass dort in Bayern oder Franken die Amsel schon singt. Und gestern, um die Mittagszeit, als ich am Straßenrand herumstand wie untätig, ließen mehrere Rotkehlchen ihre silbrigen Instrumente funkeln.

Werden Vögel also eher vom Licht gesteuert, unabhängig von der Temperatur?

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BÜCHER

Seit 1998 bin ich freier Schriftsteller. Ich beschäftige mich mit autobiografischem Schreiben. Meine erste literarische Veröffentlichung war die Erzählung «Contrazoom», erschienen im Sammelband Mesopotamia, den Christian Kracht herausgegeben hat. Ende Februar erscheint Wachs und Gold bei Matthes & Seitz.

JOURNALISMUS

Neben einer veritablen Flut an Texten für Zeitungen und Zeitschriften, die in den vergangenen Jahren natürlich stark eingedämmt wurde, habe ich ab und an auch in Redaktionen sogenannte Positionen bekleidet. So war ich als Chefredakteur der Zeitschrift Quest bestellt, habe das Stil-Ressort bei der Welt am Sonntag geleitet, war als Korrespondent für Monocle in Äthiopien stationiert, war «Editor at Large» bei der franco-russischen Frauenzeitschrift L’Officiel und «Executive Editor» bei der russisch-deutschen Ausgabe von Andy Warhols Interview. Temps passé… und Zeit essen Texte auf. Eine Auswahl geglückter Texte finden Sie auf waahr.de. Interviews in englischer Sprache bei 032.com.

LITERARISCHER JOURNALISMUS

2013 habe ich mit Anne Waak und Ingo Niermann waahr.de gegründet. Ein Archiv für literarischen Journalismus. Schöne und erhaltenswerte Texte aus der jüngsten Vergangenheit, aus dem zwanzigsten Jahrhundert und sogar aus noch früheren Jahren vor der Erfindung der Paywall werden dort in Ehren gehalten und den am Lesen interessierten zugänglich gemacht. Für immer! Vermutlich

ÜBERSETZUNG

Ich übersetze aus dem Englischen. Als Highlight meines Schaffens erscheint mir diesbezüglich die deutsche Ausgabe Anständig Trinken von Kingsley Amis. Für die Gestaltung war Friedrich Forssmann zuständig, mit dem ich wiederum die Idee entwickeln konnte, dass Eugen Egner das fertig gesetzte Buch mit seinen Kugelschreiber-Zeichnungen (und Kommentaren) verziert. Ornament und Verbrechen liegen bekanntlich nah beieinander: Martin Amis (sein Vater Kingsley war längst verstorben) verhinderte sämtliche Neuauflagen des, wie ich fand, schönen Buches, eben dieser Gestaltung wegen. Die vom Rowohlt-Verlag besorgte Neugestaltung war dann freilich nüchtern.

BERATUNG

Durch meine jahrzehntelange Erfahrung im Ausbrüten längerer Gedankenspiele bin ich zum fruchtbaren Quell für Ideen aller Art gereift. Ratsuchende oder schlicht überforderte Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch Privatpersonen mit Sendungsbewusstsein lassen sich von mir mit angenehmen Formen für ihre Inhalte versorgen. Ich habe gute Erfahrungen mit sogenanntem Ghostwriting gemacht — sowohl in Buchform, aber auch für Reden oder Beiträgen in Zeitschriften —, kann mir aber auch Ihren Ton anverwandeln, um beispielsweise Ihre Newsletter zu verfassen. Referenzen auf Anfrage.

BOTANISIEREN


Meine Liebe zur Natur, dort speziell zum Ernten, Spazieren, zu Hasen und Vögeln, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Mein Verleger Andreas Rötzer ist der Meinung, ich sei wahrscheinlich ein Urban Writer, aber das trifft nur bedingt zu und dahingehend, dass ich auch in den Städten stets nach dem Natürlichen auf der Suche bin. So hatte ich eine mehrjährige Beziehung zu einem Hasen der Rasse Farbzwerg, der am Place de l’Opéra lebte (sein Besitzer war obdachlos). Pinocchio (der Hase) dürfte mittlerweile nicht mehr am Leben sein. Ich habe ihn jedenfalls bei meinem letzten Besuch in Paris nicht mehr wiederfinden können. Eine schöne Auswahl meiner Begegnungen mit Pflanze und Tier wird Ihnen hier zu treuen Händen gegeben.

KONTAKT

email: joachim.bessing@me.com

Design: Middlecott
Programmierung: Husain Salah
Made in Detroit, MI, U.S.A.