Ich beschäftige mich mit vielerlei Dingen.
Wie Cyprien Gaillard einmal sehr schön festgestellt hat: «Art seemed to me like a shelter for all my activities». Mit dieser Seite gewähre ich Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, einen ausführlichen Überblick zu meinen
Neigungen und Tätigkeiten.
TAGEBUCH
2026:
PABLO
Seit dem 1. Januar 2016 führe ich ein öffentliches Tagebuch, das in jedem Jahr unter einem neuen Titel erscheint. In diesem Jahr lautet das Motto «Pablo». Tagebucheinträge aus den vorangegangenen Jahren 2021 bis 2025 einschließlich sind hier auf der Seite archiviert; die aus den früheren finden sich bei waahr.de
30.08.
Im Zug sitzt eine Frau mit ihrer Tochter schräg vor mir, so, dass ich alles gut beobachten kann, was in ihrer Nische vor sich geht. Kaum, dass wir Stuttgart hinter uns gelassen haben (eine drohende Evakuierung wegen eines nicht zuordenbaren Gepäckstücks machte die Minuten bis zur ohnehin verspäteten Abfahrt des ICE besonders würzig), wird dort eine Puppe ausgepackt aus einem opulent verzierten Behältnis.
Alles was Augen hat lebt, irgendwie. Beziehungsweise kann es von uns belebt werden. Ich freue mich low key, dass Kinder noch immer mit Puppen spielen wollen. Diese hier entsteigt ihrem Behältnis wie einer eigenen Welt.
Und es gibt auch auf der Symbolebene einiges zu entpacken. Die Puppe, die vor allem durch länger als hüftlanges Seidenhaar in blonder Farbe beeindrucken kann, stammt von der Marke Baby Born, die bei meinem letzten Kontakt mit deren Produkten noch auf beinahe lebensecht geformte Säuglinge spezialisiert war.
In den seither vergangenen 25 Jahren hat auch dort sich etwas getan. Die heutige Puppe entstammt der Unterlinie „Glam Up“. Das bis über die Hüfte herab reichende Seidenhaar kann in alle möglichen Frisuren gekämmt und frisiert werden. Gewissermaßen voreingestellt ist im Stirnbereich der sogenannte Problempony, der zuvor noch als Ketaminpony in Mode war.
Aber auch die vom Haar umspülte Hüfte der Puppe bietet Neues: Die Beine können abgenommen werden, dann ist das in der Genitalregion verankerte Modul bereit, einen bodentiefen Fischschwanz zu befestigen, mit dem die Blonde zu einer Meerjungfrau umgestylt wird.
Dem Mädchen, das sehr schön artikuliert mit ihrer Mutter spricht, ist diese Nixentransformation lieb. Sie spricht es noch mehrfach wie traumverloren vor sich hin: „Meine Meerjungfrau…“, während sie sich schon den Lerninhalten auf ihrem Tablet zugewendet hat, das in einem himbeerfarbenen Wulst aus Gummi steckt. Die Mutter las derweil im Kundenmagazin einer Drogeriemarktkette den Zweiseiter über „Feenhaar“.
BÜCHER
Seit 1998 bin ich freier Schriftsteller. Ich beschäftige mich mit autobiografischem Schreiben. Meine erste literarische Veröffentlichung war die Erzählung «Contrazoom», erschienen im Sammelband Mesopotamia, den Christian Kracht herausgegeben hat. Ende Februar erscheint Wachs und Gold bei Matthes & Seitz.
JOURNALISMUS
Neben einer veritablen Flut an Texten für Zeitungen und Zeitschriften, die in den vergangenen Jahren natürlich stark eingedämmt wurde, habe ich ab und an auch in Redaktionen sogenannte Positionen bekleidet. So war ich als Chefredakteur der Zeitschrift Quest bestellt, habe das Stil-Ressort bei der Welt am Sonntag geleitet, war als Korrespondent für Monocle in Äthiopien stationiert, war «Editor at Large» bei der franco-russischen Frauenzeitschrift L’Officiel und «Executive Editor» bei der russisch-deutschen Ausgabe von Andy Warhols Interview. Temps passé… und Zeit essen Texte auf. Eine Auswahl geglückter Texte finden Sie auf waahr.de. Interviews in englischer Sprache bei 032.com.
LITERARISCHER JOURNALISMUS
2013 habe ich mit Anne Waak und Ingo Niermann waahr.de gegründet. Ein Archiv für literarischen Journalismus. Schöne und erhaltenswerte Texte aus der jüngsten Vergangenheit, aus dem zwanzigsten Jahrhundert und sogar aus noch früheren Jahren vor der Erfindung der Paywall werden dort in Ehren gehalten und den am Lesen interessierten zugänglich gemacht. Für immer! Vermutlich
ÜBERSETZUNG

BERATUNG
Durch meine jahrzehntelange Erfahrung im Ausbrüten längerer Gedankenspiele bin ich zum fruchtbaren Quell für Ideen aller Art gereift. Ratsuchende oder schlicht überforderte Unternehmerinnen und Unternehmer, aber auch Privatpersonen mit Sendungsbewusstsein lassen sich von mir mit angenehmen Formen für ihre Inhalte versorgen. Ich habe gute Erfahrungen mit sogenanntem Ghostwriting gemacht — sowohl in Buchform, aber auch für Reden oder Beiträgen in Zeitschriften —, kann mir aber auch Ihren Ton anverwandeln, um beispielsweise Ihre Newsletter zu verfassen. Referenzen auf Anfrage.
KONTAKT
email: joachim.bessing@me.com
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Programmierung: Husain Salah
Made in Detroit, MI, U.S.A.















