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7.6.

7.6.

Draußen hat es einen ultra feinen Nebel aus Feuchtigkeiten, Regen ist es nicht; im Englischen nennt er sich Mist — wäre Dunst das rechte Wort, Sprühnebel? Egal. Jedenfalls braucht es keinen Schluck Tee, es kann sogar der bloße Anblick vom Sprühnebel über den Linden sein, der mich an die Einstellung «Mist» am Multifunktionssprühkopf des Gartenschlauches meines Elternhauses erinnert und wie ich damit, vor ein paar Stunden erst noch, dort unten die Pflanzen bewässert hab‘

Angekommen war ich am Freitag, an der Grenze zur Nacht, und als die S-Bahn aus ihrem Tunnel stieg, war der Himmel tatsächlich gülden, manche nennen es Sahara-Beige, und am Horizont leuchtete dunkelrot der Schriftzug Porsche.

Nun gäbe es eine Menge zu erzählen. Aber im Gedächtnis geblieben scheint mir nur wenig — wird das dann das Wichtige sein?

So heißt es. Und seit jeher verlasse ich mich darauf, dass im Ferment lediglich dasjenige übersteht, das es zu erwähnen lohnt.

Zunehmend hege ich Zweifel. Es ist ein Kampf gegen mich selbst.

Am Ende der Jahresmitgliederversammlung hatte sich ein sehr alter Mann erhoben, kein Credit Zombie, sicherlich, um seine Stimme zu erheben, vermutlich für ein vor-vor-vor-vor-vor-vorletztes Mal: «Wo es heute um das Schwäbische geht, wollte ich auch mein Lob aussprechen für die Arbeit der vergangenen Jahre. Und nicht bloß unser Nicht an die Wange geschlagen worden ist ausreichend als Lob».

Bei dem Wort Wange (er hatte freilich Backe gesagt) brach seine Stimme.

Später, nach dem Rundgang durch Korntal, erhielten wir Einlass in den Großen Saal der Brüdergemeinde.

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