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25.05.

25.05.

Gestern ein weiteres Problemchen gelöst durch beiläufigen Blick in ein noch selten benutztes Büchle, das ich im Begriff war, auszusondern. Allein seiner sorgfältigen, bestens gealterten Ausstattung wegen (Schweizer Verlag, den es längst nicht mehr geben wird), blätterte ich hinein wie man das Gesicht von jemanden studieren wird, oder den Raum, in dem das geschieht, wenn man ihn niemals mehr wiedersehen soll.

Weisheiten flogen mich an. Türen rannten mich ein.

All dies auf wenigen, beinahe schon herbstlaubhaft gedarrten Seiten. Wunderwerk Buch.

Ich kann es aushalten, meine Liebe gleicherdings aufzuteilen zu Computer und Buch. Mag sein, dass dies den Spagat meint beim Ablegen des gr. Schiffes und mit einem Fuß stehe ich auf dem Beton der Mole und unter dem anderen würde Mahagony sein. Entscheiden scheine ich mich aber nicht zu müssen. Als das Schöne an meiner Zeit empfinde ich nach wie vor, dass es beides gibt. Synchro-Time. Wenn nicht alles.

Mit größeren Abstand gelesen enthält Paare, Passanten ein noch immer nicht historisch gewordenes Personal. Die Milieus altern anscheinend nur in sich. Ihre Hüllform bleibt doch konserviert — in was?

Seit der sog. Legalisierung jedenfalls begegne ich nun häufig einem neuen Typus Gegenwartsnarr, ich nenne ihn den Naturfreak.

Er sitzt allein auf einer Bank. Oft mit Glatze, Sonnenbrille, Vollbart. Hat seine Bluetoothbox dezent, knapp oberhalb der allgemeinen Hörschwelle aufgedreht und inhaliert jetzt das zitrisch duftende Kiffgras, während seine Playlist einen privaten Raum konstituieren soll unter all den fremden Menschen. Die Musik gehört freilich ebenso zum Mechanismus seines Rituals. Sein geplantes Erlebnis soll fulminant werden. Zuhause geht das nicht. Ob Rechtsgründe oder familiäre ihn in die Öffentlichkeit treiben, bleibt seine Privatangelegenheit.

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