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2.12.

2.12.

Abends den zweiten Teil der Beatles-Dokumentation geschaut, die so gut ist, wie alle sagen. In diesem Teil wurde zu Anfang mehr geredet als im ersten. Am besten gefiel mir die Szene mit dem Mikrofon im Blumenstrauß.

Weil zu dem Gespräch, das 1969 mit einem in der Vase auf dem Mittagstisch verborgenen Mikrofon aufgenommen worden war, in Ermangelung einer adäquaten Geheimkamera keine Bilder existieren, hat Peter Jackson die Tonspur mit einer durch die vom Menschengewicht befreite Kantine schwebenden Kamera hinterlegt. Das fliegende Auge umkreist dabei den nachgestellten Strauß, während die transkribierten Worte der Beatles in pastellfarbenen Zeilen auf dem Fond erscheinen.

Alles Stilmittel, die allein durch den Sound noch mit dem dokumentierten Ereignis verknöpft wurden.

Später dann, McCartney geht am Flügel sitzend durch eine Reihe seiner Kompositionen, tippt sie federnd an: Ist die unendliche Menge von Sounds nicht mit der Mannigfaltigkeit der Zahlen vergleichbar? Und ist dann eine Sequenz dieser Sounds, eine Melodie, nichts anderes als ein Code?

Er könnte so sein, könnte freilich auch noch ganz anders (ausgefallen) sein. Minimal anders ebenfalls. Auf jeden Fall gibt es unendlich viele Möglichkeiten dafür.

Sie sind alle gleich berechtigt zu sehen. Ungehört aber blieben sie verschlüsselt. Wir, die Zuhörer, sind die Schlüssel; wir extrahieren die Nachricht aus dem Code.

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