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13.06.

13.06.

Nach dem Abendessen im hiesigen Gasthof erläutert der Onkel die Landschaft, durch die wir fahren. Mit ihrer sanften Geschwungenheit, den rundlichen Hügeln, den Hinterlassenschaften des Geschiebes aus der Eiszeit.

Ein Landwirt hegt ein unterschiedliches Verhältnis zum Boden, als ein Architekt. Obwohl er die Grundlage für die Arbeit von beiden ist. Und obwohl sie beide auf grundsätzliche Weise für die Lebensbedingungen sorgen. Der Landwirt weiß alles über den Boden, der für ihn, wie das Wetter, die täglichen Vorraussetzungen für seine Arbeit schafft. In der Welt des Onkels gibt es Zusammenhänge, die über die Staatsgrenze hinweg bis nach Holstein und Mecklenburg reichen (die Doppelnamen der Bundesländer sind für sein Metier unerheblich, es geht um Gebiete). Woher das schlechte Wetter nach Jütland kommt, aus Mecklenburg, kann er erklären und warum dem so ist.

Obwohl die Ortschaft, die gerade mal zweitausend Einwohner zählt, hier in einem extremem Maße weitflächig über die Landschaft verstreut liegt, wissen der Onkel und sein Bruder hier alles über jeden. Sogar wer wieviele Stück Rind sein eigen nennt, mit tagesaktuellen Zahlen, wie es heißt: hinterlegt. Sie leben seit über siebzig Jahren hier.

Für mich ist das alles interessant, weil ich das alles wissen muss. Wird in einem gefütterten Umschlag mit Landwirte beschriftet und für eine spätere Verwendung abgelegt.

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