18.09.
Aus dem Augenwinkel sah ich, dass die Frau, die neben mir auf dem Bürgersteig einherging, weinte. Als ich mich ihr zuwandte, sah ich ihre Wangen von Tränen überströmt.
Sie war jünger als ich, in Sportzeugs gekleidet, kam wohl vom Laufen, sie wirkte vermögend. Auf meine Frage, ob ich ihr behilflich sein könnte, brachte sie zusammenhanglos wirkende Sätze heraus. Ich bat sie, in einem Hauseingang auf den Treppenstufen Platz zu nehmen. Ihr Puls ging regelmäßig. Etwas zu schnell.
Offenbar war ihr ein ausscherender Radfahrer entgegengekommen, gestürzt, hatte sich im Sturz überschlagen und mit dem Hinterrad seines Fahrrades ihre Schulter getroffen.
Nach einiger Zeit kam auch der Radfahrer zur Unfallstelle zurück. Auch er schien verletzt. Trug keinen Helm. Als er seine Entschuldigung vorbrachte, schaute er die in Mitleidenschaft gezogene Frau nicht an.
An einer Straßenecke gingen wir alle drei unserer Wege. Jeder seines.