23.08.
Gestern rief ich, was mir nicht häufig passiert, in der Taxizentrale an. Zu meiner Überraschung hatte sich dort das automatische Vermittlungssystem verändert. Die Stimme kam noch immer aus dem Speicher, aber sie klang irgendwie besser gelaunt. Außerdem, das teilte sie mir schon bei der konservierten Begrüßung mit, würde mein Anruf jetzt mit Künstlicher Intelligenz (KI) bearbeitet.
Im Verlauf des folgenden Gesprächs, streng genommen meines Monologs vor dem Ohr der Maschine, konnte ich keine wesentliche Veränderung in der Verarbeitungsqualität meiner Informationen feststellen. Der Anruf dauerte auch in etwa so lange wie bei allen anderen Malen zuvor auch.
Aber immer, wenn ich etwas sagte, also beispielsweise den Straßennamen, wo mich das Taxi abholen sollte, spielte der Speicher das Emsigkeit signalisierende Geräusch auf den Tasten einer Tastatur klimpernder Frauenfingerspitzen ab.
Das war also, in Analogie zu den Bildzeichen Emoji, ein Klangzeichen. Es verbildlichte mir, dem Zuhörer, ein Denken der Maschine. Das freilich nicht stattfand in Wirklichkeit, denn Maschinen denken nicht. Auch die Künstliche Intelligenz ist ja nur eine Art Eselsbrücke, um einen in Wirklichkeit unfasslichen Vorgang irgendwie mit menschlichen Begriffen fasslich erscheinen zu lassen.
Das taxi kam natürlich so wie auch früher anders so. In Thailand halten sich die Thais einen ausgestreckten Zeigefinger vor die Stirn, um ihrem Gesprächspartner zu signalisieren, dass sie jetzt gerade nachdenken und nicht einfach nur so schweigen.
Ich würde gern einen Thailänder befragen, wie es sich derzeit mit den Anrufverwaltungssystemen mit KI in Thailand verhält. Welche Klangzeichen sie dort abspielen, um das Denken der Maschine darzustellen.