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27.07.

27.07.

Wenn man sich überall fremd fühlt, ist man nirgends daheim. Und zwangsläufig dann auch wieder überall, weil irgendwo muss man ja sein. Auch seinen Nachbarn zuliebe. Als deren Bezug.

Vor ein paar Tagen, als es so heiß war, wie es übermorgen wieder werden soll, ging ich in der Nachbarschaft an einer langen Reihe von Garagen aus der DDR-Zeit vorbei. Ich weiß gar nicht, ob die unter Denkmalschutz gestellt sind. Sollten sie dann vielleicht. Schon etwas eigentümliches. Außerhalb der ehemaligen Zone kennt man die nicht.

Es sind aus Blech zusammengebaute Häuschen mit spitzwinkligen Dächern und einer kleinen Tür. Weil die DDR-Autos klein waren, sind auch diese Garagen klein. Der Schauspieler Heinrich Hüble, der hier in der Nachbarschaft wohnt, versteckt in solch einem Garagenhäuschen seinen Porsche vor den begehrlichen Blicken (und vielleicht auch, um eine Delle im Image abzuwenden). Aber alles, was höher, breiter oder länger ist als ein 911 (oder halt Trabi oder Wartburg) lässt sich darin nicht wegschließen.

Die Garagen aus der alten Zeit werden mittlerweile vor allem zum Aufbewahren von Gerümpel benutzt. Als Kellerersatz. Auch als Versammlungsort. Der NSU hat seine Anfänge in einer Jenaer Garage genommen, bevor er in eine Mobil umgezogen ist.

Neulich saßen die Nachbar in ihrer Garage. Die Tür ließen sie offenstehen, sie hatten es sich drin auf zwei Bänken gemütlich gemacht. Hinter der Tür standen zwei von ihnen und grillten. Die Röstaromen hatten mich angelockt. Gegessen wurde aber im Inneren der Garage. Aus dem Schattigen schaute man mich ausladend an.

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