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22.06.

22.06.

Dass wir die Grenze nach Deutschland überquert haben, bemerke ich noch, bevor es draußen landschaftlich anders wird, daran, dass die Internetverbindung ausblutet. Bis zum
Erreichen des Umlands von Hamburg sind 4G mit einem Mal das Höchste der Gefühle. Von einem Kuhdorf in Jütland betrachtet, leben wir hier im teuersten Museum der Welt.

Der Zug gehört der tschechischen Bahn, das Interieur hat schöne Anklänge an Frutiger Aero. Der Kaffee, in dem von Bahnfreaks gerühmten Speisewagen schmeckt wirklich auf eine überraschende Weise gut.

Ich bin, auf eine schöne Weise, erschöpft. Irgendwie kuhhaft fühle ich mich. Das kann aber auch an der Kulisse eines unaufhörlichen Weidegrunds liegen, die sich zur Betrachtung durch den Fensterrahmen seit Fahrtbeginn abspult.

Im diesem Landstrich zwischen Hamburg und Berlin, wer da wohl lebt und wie? Ich kenne dort niemand.

Die Fahrt über lasse ich mich von Amazon becircen, mir eventuell doch einen größeren Vorrat jener Digestive Biscuits anzulegen, von denen ich mich in den vergangenen Wochen ernährt habe. Drei Kilo die Einheit sind im Angebot. Es gibt aber auch ein Abonnement… Das hatte ich einmal aus Versehen abgeschlossen (für Deodorant), es hat beinahe zwei Jahre gedauert, bis ich den Vorrat wieder abgebaut hatte, der mir irgendwie auch wider Willen entstanden war. Was die Biscuits angeht: Dennoch tempted. Nach alledem.

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