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04.06.

04.06.

In der mittleren Phase seines Werkes, die mir lieb und teuer ist, geht es bei Handke oft um die Problematik der Schwelle. Lange hatte ich geglaubt, dass damit eine Schwelle gemeint ist, die man schreibend übertreten muss, um überhaupt in den Textfluss hineinzugeraten.

Mittlerweile aber glaube ich zu wissen, dass es auch innerhalb des Textes noch eine Schwelle gibt. Und das es diese ist, die Handke meint. Sie ist auf den ersten zehn bis zwanzig Seiten beständig spürbar. In dieser Erzählzeit sehnt man oft diesen Moment herbei, an dem die Schwelle übertreten sei. An dem man, vom ihrem höchsten Punkt aus, den Ausblick in das Panorama nehmen kann. Übersicht gewinnt. Und sich Erleichterung breit macht. So weit, wie die von dort aus nun sichtbar gewordene Welt.

Bis dahin ist man im Vergleich zur Schwelle sehr viel kleiner. Man bleibt es wohl auch. Bloß verschwindet sie dann hinter einem.

Ein ganz anders geartetes Schwellenproblem, rein in der US-amerikanischen Gegenwartsliteratur verortet, ist das von mir so genannte Problem der 120. Seite, das ich während meines Aufenthaltes in Hamburg mit Sebastian besprechen konnte. Stichwort Die 120 Seiten von Sodom.

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