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29.04.

29.04.

Heute früh, in der menschenleeren Stadt eine Szene: im Vorübergehen wächst mir eine kleine Scottish Fold in den Blick, die hinter dem Vorgartenzaun auf einem betonierten Kreis thront, wie daraus emporgewachsen. Mit dem für diese Rasse prämierten, für unsere Augen zwischen Beleidigtsein und Melancholie changierenden Gesichtsausdruck, versucht sie mich zum Wegschauen zu animieren, ohne den vk der aufgehenden Sonne erwärmten Betonsitz verlassen zu müssen. Erst jetzt entdecke ich noch eine zweite Katze. Sie ähnelt einem Bettvorleger aus Kaschmirziegenfell, Farben sind unter anderem Crème, Himmelblau und Smoke, die mich, durch die Kleine hindurch, anstarrt.

Das Ganze wäre noch kein Grund to write home about, befände sich nicht in direkter Nachbarschaft zu dem teils schon von der Sonne beschienenen Stückchen besiedelten Landes nicht auch jene Batterie abholbereiter Mülltonnen, auf deren Öffnung zumindest einer von dreien ein Fuchs kauert, um aus dem
aufgerissenen Sack aus abbaubaren Kunststoffs zu fressen. Ihm gegenüber hüpft eine der für diese Stadt typischen Krähen hin und her auf dem sanft quadratisch geformten Rand der Schatztruhe, um jene Momente abzupassen, zu der er sie lässt.

Eine Beutegemeinschaft, daneben die Luxusgeschöpfe. Tauben sind übrigens Langschläfer.

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