27.04.
Um 05:30 aus dem Haus, es ist schon hell, während ich die Kilometer hoch bis zum Botanischen Volkspark laufe. Quer durch die Stadt, ich begegne keinem einzigen Menschen, der nicht in einem Auto oder auf seinem Bike sitzt. Ich bin der einzige hier, zu dieser Stunde, der aufrecht geht.
Das Licht der Sonne ist da, schon angekommen, aber ihr helles Rund wird noch hinter der Krümmung des Planeten verborgen. Über der Silhoutte der Gehölze weht schon ein Colour blocking in purpur, gelb und pflaumentönen. Frühaufsteher, meine Nationalität.
Was ich en detail erlebt habe, weiß ich doch erst, wenn ich darüber schreibe. Seitdem ich dort oben war, ist das Gras im Gehege der Rehe gesprossen. Womöglich gesprießt? Sie sind jedenfalls stark beschäftigt und würdigen mich keines Blickes. Hinter der Streuobstwiese, die Apfelknospen platzen derzeit und bringen rosa randige Blüttenblätter zum Vorschein, glühen die Kieferstämme am Waldrand wie angefacht.
Ein Bild, das ich kenne. Von meinem Zimmer im Eichweg aus konnte ich über die Felder bis an den Waldrand sehen. Auch dort standen Kiefern. Auch damals schon war ich früh aus dem Bett aufgestanden. Nicht bloss eine Zeit meines Lebens lang.
Mein ganzes Leben.