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14.04.

14.04.

Am Morgen nach der beinahe historisch gewordenen Nacht, die wir alle unter der Drohung verbringen sollten, es würde eine gesamte Zivilisation vernichtet werden, ging ich zum Arzt, um mir Abhilfe zu verschaffen bei meiner Atemwegserkrankung.

Wie kennen uns gut, freilich beziehungsweise, also sie eher mich. Und in forensischer Analyse kamen wir dann rasch darauf, dass den Beschwerden, die ich für die Folge einer Infektion gehalten hatte, Systemisches zugrunde lag: schon einmal war ich mit vergleichbaren Symptomen vorstellig geworden. Das war vor drei Jahren, als in dem Winter meine Atembeschwerden derart eskaliert waren, dass ich zeitweilig annahm, ich drohte zu ersticken.

In diesem Jahr war es nicht ganz so bedrohlich. Dies aber wahrscheinlich nur aus dem Grund, dass ich stossweise ein mir damals verschriebenes Aerosol inhaliert hatte. Und damals wie heute waren die Katzen bei uns zu Gast.

Wie der verborgene Brief wären die Katzen mir niemals auch nur im Traume eingefallen. Ich bin mit Katzen aufgewachsen. Habe ab und an mit Katzen zusammen gelebt. Aber halt nicht mit diesen beiden. Wie könnte es, bei diesen höchst individuellen Tierperönlichkeiten auch anders sein, als dass man auf einzelne Exemplare allergisch reagiert?

Ein weiterer Grund, noch einer von vielen, um Katzen zu lieben. Auch wenn sie mich beinahe umbrächten (ohne mit den nichtexistenten Wimpern zu zucken).

Es gibt eine Desensibilisierungstherapie. Die Möglichkeit hatte Proust nicht. Bei dem kam der Widerstand von innen.

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