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15.02.

15.02

Auf mit der Sonne und hinauf in den Park. Die Damhirschkühe und die Damhirsche selbst umlagerten vom Sonnenschein gar nicht unbeeindruckt einen Stamm an dem sie schon die vergangenen Wochen lang gefressen hatten. Am Horizont aber war schon die Silhouette einer Karawane aus jungen Eltern erschienen, sodass ich das Bild der Genügsamkeit eilig schlürfend in mich aufnahm, um vor ihnen zu fliehen.

Man trifft um diese Uhrzeit lediglich auf zwei Arten von Menschen: Joggende und junge Eltern. Die ersteren verhalten sich zumindest still.

Während des Valentinsdinners (Isaanküche) hatten wir uns über das Schreiben unterhalten. Gegenseitig befragt auch, beispielsweise warum man, um überhaupt schreiben zu können, so viel lesen muss. Tatsächlich muss. Zwar würde ich meine Ratio nicht auf die sprichwörtlich gewordenen 100:1 einschätzen, aber auf ungefähr 73.

Mit GM Young gilt es, so lange zu lesen, bis man die Leute reden hört. Auch jetzt wieder, aktuell. Darauf war die Frage doch ursprünglich gerichtet gewesen: Wozu lesen, Du warst doch dabei.

Das genügt eben nie. Selbst bei Untitled, dem letzten, das ich mehr oder weniger in seiner Zeit geschrieben hatte, hat das genügt. Es ist eine unbotmäßige Masse an Kontext nötig, um eine Welt entstehen zu lassen — parallel zu der, von der die Zeitung handelt.

Der Fisch, den wir dabei zuletzt aßen, war im ganzen belassen frittiert worden und dabei an seinen Flanken mit kurzen Hieben tief eingeschlitzt, sodass die Hitze bis auf die Rückgrat tief in ihn eindringen konnte.

Noch immer silbrig, beinahe bismarckhaft, und dabei unter dem frischen Grün von gemischten Kräutern begraben, mundete sein zartes Fleisch, das durch die exotische Behandlung saftig und knusprig zugleich geworden war, hervorragend.

Aber stelle Dir vor, jemand macht das mit Dir.

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