12.01.
Ankunft in Bangkok. Während des Fluges schaute ich mir den letzten „Mission Impossible“ an. Teils mangels Alternativen, überwiegend auch, weil ich noch keinen Film aus der Reihe gesehen hatte. Ich hatte ihn mir, wie immer, ziemlich falsch vorgestellt.
Beziehungsweise anders. Zum Beispiel hätte ich nicht gedacht, dass dieser Film dialoglastig ist. Die Spieldauer beträgt ja mehrere Stunden und ich war davon ausgegangen, dass es kurzweilig vertriebene Zeit werden würde. Dabei ist es recht anstrengend. Ungefähr wie ein Sprachkurs, währenddessen man still zu sitzen hat.
Tom Cruise, der mich frappierend an den mittelspäten Udo Jürgens erinnert hat, gerät am Ende jeder Szene in eine Besprechung unter Experten, in der ihm erklärt wird, worin die Besonderheit der Gefahr in der als nächstes anschließenden Bedrohungslage liegen wird. Lebensgefährlich sind sie alle, aber der Gefährlichkeitsgrad steigert sich von Mal zu Mal.
Springt er beispielsweise aus einem tief fliegenden Truppentransporter ohne Falschirm in das arktische Meer, um punktgenau zwischen zwei Schollen Treibeis in die Tiefe zu tauchen, wo ein gesunkenes U-Boot der Russen auf der Klippe eines unterseeischen Abhangs balanciert, kann die nächste Herausforderung nur noch wahnwitziger sein, wie es im Dänischen hieße.
Das hört sich jetzt allerdings spannender an, als es sich dann im tatsächlichen Film vermitteln kann, denn um diese Wahnwitzigkeiten einem an Niedrigschwelligkeiten gewöhnten Publikum mundgerecht auftischen zu können, braucht es unzählige Vor- und Nachbesprechungen, dazu noch einen unerschöpflichen Strauß an Informationsgrafiken, Schrift-Inserts und die Handlung unterfütternder Rückblicke, damit der an Power-Point geschulte Otto Normalagent auch begreift, was er da schaut. Vor allem auch, warum. Denn im Endeffekt sehen Explosionen ja alle ähnlich aus.
Die Wirklichkeit erscheint mir dagegen vor allem als Augenweide. So wie das Leben überhaupt als meine Weide für die Sinne. Vor allem halt hier.