30.06.
Auf den Weg nach Esslingen ohne Telefom aufgebrochen. Eine unfreiwillige Kur im Digital Detoxing entfaltete sich. Vor allem aber fehlte mir das Fotografieren, das mittlerweile beinahe das Notieren ersetzt. Ansonsten war es freilich beschaulich und meditativ.
Die hoch aufgetürmten Wolken, vereinzelt unter einem blassen Himmel, dessen Ton mich an einen Farbfilter aus den Presets von Instagram erinnern sollte, sehe ich wie leibhaftig vor mir, wann immer ich an diese Hinfahrt denke.
Unvergesslich auch das Klima zwischen den Häusern im Heusteigviertel von Stuttgart. Nachts hing dort ein Duft, der mich an alles erinnerte. Zumindest an all das, an das ich mich noch erinnern kann. Das scheint viel.
Gut, dass wir trotz allem den Aufstieg zum Teehaus über dem Bopser auf und genommen haben. Ein beliebter Platz für Tinder-Dates. War früher auch schon so. Als es noch gar kein Tinder gab. Im Keller fand ein Hochzeitsfest statt und ich erkannte an den Rhythmuswellen schon von weitem, dass es ein äthiopisches war.
Gestern dann um 12:53 den letzten Punkt gesetzt im MS. Draußen regnete es. Im Hinterhof singt seit heute eine Mönchsgrasmücke ihren silbrigen Sang. Schon luxuriös.