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25.01.

25.01.

Über Nacht war ich nach Bangkok gebracht worden. Das kleine Haus am Klong ist verwinkelt, ganz aus Holz, und umschließt einen schmalen Garten, der, von oben betrachtet, wahrscheinlich schlüsselformig angelegt ist. Die kleine Terrasse zum Kanal wird von einem dicht belaubten Baum beschützt.

Bei Sonnenaufgang landen Silberreiher auf den Büscheln ausgerupfter Pflanzen, die stromabwärts flößen. Die Wasseroberfläche ist noch glatt. Teils sind die schnalzenden Fische von enormer Größe. Beim Wiedereintauchen treiben konzentrische Kreise dem Ufer entgegen.

Die Sonne steigt schnell. Und beleuchtet die bunt zusammengeschobene Architektur am gegenüberliegenden Ufer, die mir als ein Ganzes und darin so verwinkelt erscheint wie das Haus, vor dem ich sitze.

Erste Kähne ziehen vorüber. Der schmale, lange, buntgestreifte Körper des Bootes schneidet einen spitzen Winkel in die Wasseroberfläche. Die Reiher fliegen unter gellendem Geschrei auf, um sich auf den nächsten Inseln herantreibenden Grüns auf ein Neues niederzulassen.

Bald darauf hat der Fluss sich wieder beruhigt. Die Sonne steht nun schon mit Abstand über der Brücke. Die Reiher treiben mit dem Strömen des Wassers. Fische schnalzen. Aus dem Glitzern des Sonnenscheins unter der Brücke löst sich ein funkelndes Etwas. Blitze werfend, ein Kristall.

Bei näherem Hinsehen handelt es sich um eine Verpackung aus kristallklarem Kunststoff, etwa für einen Salat. Blitzblank. Verschlossen. Schon schaukelt sie ins Jenseits meines Sichfensters, und weiter.

Ich wäre gerne mit ihr geblieben.

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