24.07.
Am gar nicht mal so kühlen Morgen fand ich mich alleine im Freibad wieder, bewacht von fünf Bademeistern. Das Wasser glatt wie selten, in diesem Jahr noch nie, und ohne Hast brachte ich es auf eine neue Bestzeit.
Es macht etwas aus, wenn das Wasser von anderen aufgewühlt und -gewellt wird. Schwimmen, wie es mir gefällt, kann ich nur ganz allein.
Andere mögen den Sommer für den Höhepunkt eines Jahres halten, für seinen lebendigsten Moment. Mich erinnert jetzt alles an den Tod; mit dem Ausbleiben der Amseltöne tritt das Hohngelächter der Eichelhäher beinahe unangenehm hervor.
Der Sommer ist Stillstand. So wie die heiße Luft im Ofen bäckt und dabei steht; bevor bald alles sich dem Herbst zuneigt, in Bewegung gerät mit den dunkleren Früchten und dem Färben der Blätter.
Im Tagebuch war all dies nebenbei erwähnt, doch konnte sie es sich vorstellen und meinte die Empfindungen des Bruders mitzufühlen, für den eine Erinnerung erst im Aufschreiben geklärt wurde, als werde Schlieriges von einer sauberen Substanz gereinigt und gefestigt, also dauerhaft.