18.08.
Unlängst hat Molly Young auf den überbordenden Einsatz von Popmusik in der ersten Staffel von The Shards hingewiesen. In diesem Kontext stieß ich dann auf den Kommentar einer anderen Autorin, die sich vorgenommen hatte, eine Playlist mit den Songs aus der Serie anzufertigen. Dabei fand sie allerdings heraus, dass dies von einem Deutschen Journalisten schon erledigt worden war.
Der Musikteppich fällt tatsächlich auf. Kaum wurden ein paar Repliken ausgetauscht, setzt der nächste Song ein. Dazu ein mir schon beim mittleren Wes Anderson auf die Nerven gehender Einsatz von Zeitlupen. Allerdings frage ich mich, ob ich das auch richtig beurteilen kann, denn ich schaue ja so gut wie nie eine Serie. Womöglich bin ich also einfach nicht geübt darin.
Deshalb erscheint mir das Gezeigte auch wie eine Nummernrevue, die von Musik untermalt wird, um eine Art Verbindung zu schaffen zwischen den Szenen, die mir ansonsten recht freimütig aneinander asoziiert erscheinen.
Wie Young meint, hätte sie schon beim Lesen des Romans das Gefühl gehabt, dass hier ein alternder Schwuler die Welt seiner Jugend als bisexuellen Darkroom im californischen Sonnenschein imaginiert.
Ich habe das Buch nicht gelesen, bin schon nach Imperial Bedrooms ausgestiegen aber ich weiß, dass nur eine Generation nach mir eine veritable Renaissance von Bret Easton Ellis zelebriert wird.
Interessant in der Serie finde ich die Szenen, in denen er sich als junger Schreiber zeigt und imaginiert. Aber sie sind bislang (Folge vier inkl.) im Vergleich zum Musiksegen, schütter gesät.