18.05.
Ich hatte mir gerade etwas Tempura bringen lassen, da fielen mir im ansonsten beinahe menschenleeren Gastgarten des kleinen Restaurants hier um die Ecke drei Kinder auf. Und zwar unangenehm.
Sie waren von ihrer Körpergröße her, von ihrem sogenannten Reifegrad kaum voneinenander zu unterscheiden. Durch modische Äußerlichkeiten sowie so nicht: blonde Orgelpfeifen; originelle Drillinge?
Was mir unangenehm wurde, war nicht etwa ihr Vorhandensein an sich, ihre reine Gegenwart, sondern dass sie mit Vorliebe über die Tische tobten, ohne zuvor zumindest ihre Sandalen abgestreift zu haben.
Wer die asiatischen Kulturen kennt, wird das als Todsünde bemerken. Fuss auf Tisch ist dort vergleichbar mit Hitlergruss. Wobei ja in den Berliner S-Bahnen zumindest ein Schild in kyrillischer Schrift angebracht wurde, dass es dort nicht gestattet ist, sich auf die Bänke zu erleichtern. Immerhin.
Irgendwann allerdings hatte sich der chinesische Neujahrswurm aus diesen offenbar herrenlosen Kindern meinem Tisch angenähert. Also sprach ich sie an. Und sie behaupteten, sie kämen aus Dänemark.
Man hat das ja selten, dass dänische Touristen nach Berlin kommen — wieso sollten sie auch? Auf jeden Fall unterhielt ich mich dann noch aufs schönste mit den drei Kleinen. Aber auch da, im Gespräch mit Kindern, wurden mir meine Probleme mit der Aussprache vor Augen geführt (sic).
So präsentierte mir einer eine Münze zu zwei Cent, die er in einem der asiatisch beschnitzten Pflanzentröge aufgespürt hatte. Die ihm fremde Münze wurde dann auch noch von mir mißverständlich ausgesprochen benannt, weshalb er schon im Jubelschritt abschieben wollte, da zwei Cent, falsch ausgesprochen im Dänischen zu Zweitausend werden können (ohne Cent dann).
Der Vater, bis dahin hinter Bambusbuschwerk verborgen Bier trinkend, sagte zu alldem kein einziges Wort.