06.10.
In Düsseldorf ging es zwischen Thomas und mir natürlich um die Toten Hosen. Natürlich, weil: wo sonst?
Er hatte die Dokumentation, die ich so toll fand, nicht gesehen. Ob natürlich blieb, wie so oft bei ihm, offen. Ich v ersuchte ihm, so gut es ging, zu beschreiben, was in dieser Dokumentation gezeigt wird von den auch für mich essenziellen Punkten Krise und Crescendo in der Kunstproduktion. Auch wie ich dabei, abermals, das Faszinierende an der Künstlerpersönlichkeit Campinos für mich entdecken durfte. Eben weniger durch die Machart des Films, der, wie gewöhnlich in der ARD, allenfalls mittelmäßig war. Aber halt durch die Situation, in der die Band sich zum Zeitpunkt der erzählten Zeit befindet.
Thomas wies mich, ich vermute: halb im Scherz auf „die Metallica-Dokumentation“ hin. Dabei fiel mir, genauer erst viel später im Schienenersatzverkehr von Düsseldorf-Völklinger-Straße nach Norf fiel mir ein, dass ich die unbedingt anschauen musste.
Ist freilich — oder natürlich? — eine andere Kragenweite. Aber ich spüre, dass Campino diese Folie hinter sich wähnt, wenn er vor einer Kamera der ARD-Produktionsgesellschaft sich geriert. Allein die Szene, wo Lars Ulrich und James Hetfield dem neuen Bassisten am Studioküchentisch eine Million Dollar schenken ist hilarious.
Beinahe noch besser gefällt mir freilich, wie sie ihren Verhaltenspsychologen canceln, weil der sich für ihr Dafürhalten schon zu sehr auf eine Lebens- (oder Lehens-?) Existenz im Kosmos Metallica einzurichten scheint. Davon, also von derlei Spompanaderln ist in der Hosen-Doku allenfalls der Drang zum Therapiertwerden noch erhalten geblieben. Und selbst das vollzieht sich im DIY.
Immerhin Gursky.