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04.07.

04.07.

Nach dem Schreiben eines großen Textes erreiche ich eine Zustand der Empfänglichkeit für die Welt, der sich auf weniger aufwändige Weise nur durch LSD oder den Besuch eines Gottesdienstes herstellen ließe. Ich finde mich in einem unaufhörlichen Gespräch mit der Natur und den Dingen. Alles, so empfinde ich es, spricht mich an. Und das scheint mir, mehr als alles andere, zu entsprechen. Ungefähr so, wie direkt nach dem Zähneputzen Pfefferminztee zu trinken.

Es kann sein, sogar sehr gut kann es das, dass meine Tage im Refugium den Zustand noch verstärken. Dass sie nachhallen. Set und setting auch hier.

Am Montag, als der Buchhändler uns unbedingt seine neue Nebelmaschine vorführen wollte, sprachen wir bei Quittensekt auch über Modi der Abgabe und mir fiel Thomas Meinecke ein, der im Roten Salon erzählt hatte, dass er wie eine Art Delfisches Strömen so lange schreibt, bis ihm sein Lektor den Prompt zur Abgabe schickt und er daraufhin die Rolle seines Textes mit seidenem Bändchen und wächsernem Siegel, skeuomorph freilich, umwunden, gen Druckerey schickt.

Das unaufhörliche Schreiben, die Unaufhörlichkeit des Flow states. Alexander Kluge hat gesagt, dass er auf der Rückseite einer Geschichte die andere anfängt.

Vorgestern empfing ich eine Art Licht aus einer Zeile in einem Lied. Tatsächlich braucht man ja verblüffend wenig Gerät, um diese Kunst zu machen.

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