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04.04.

04.04.

In der Brancusi-Ausstellung, die überraschend gut gelungen ist. Der große Raum, den die Nationalgalerie zu bieten hat: so ungefähr hatte ich mir das Atelier des Meisters immer vorgestellt. Ich war als Teenager zum ersten Mal mit einem seiner Vögel konfrontiert worden (auf einer Klassenfahrt nach Mannheim) und es war wie Liebe. Wenn es einen Lebenskünstler gibt, dann ihn (und Warhol).

In Berlin sind es weniger die Werke, die mich berührt haben als die Rekonstruktion der Werkstatt samt einer beschnitzten Pforte, mit der das Diorama erschlossen wird.

Damals in Mannheim wollte uns die Kunstlehrerin freilich etwas anderes zeigen. Nämlich Rodin. Sie war es auch, die zu Brancusi vor allem zu sagen hatte, dass man seinen Namen Brangkusch auszusprechen hatte.

Mittlerweile halte ich Kunstunterricht per se für eine missratene Idee.

In einer Ecke des großen Raumes hatte sich ein Greis auf eines der Stühlchen niedergelassen, die man an der Garderobe sich leihen kann. Nahm sich einen Block — keine Ahnung, wie er den am betont brandenburgisch auftretenden Sicherheitspersonal der Firma Dussmann vorbeischmuggeln konnte — und begann zu zeichnen. Einen Vogel im Raum. Auf Hochglanz polierte Bronze vor der deckenhohen Tafel aus grünem Marmor im frühen Licht.

Ein Bild des Friedens. Daheim hatten die Katzen derweil die Wohnung in Schutt und Asche zerlegt.

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