03.10.
Neulich, als ich nach einem Abstecher in die Welt der Ultra Consumer meinen Glauben an Deutschland zumindest für diesen Tag wieder gewonnen hatte, entdeckte ich in der Mediathek „Bad Director“ von Oskar Rœhler. Zwar hatte ich den schon im Kino gesehen, aber was heißt das schon.
Beim Wiederschauen erkannte ich, vielleicht auf eine neue Weise, was für ein schreiend komischer, zugleich abgrundtief romantisches Werk ihm damit gelungen war (dass es ein Kritiker es für nötig befunden hatte, in seiner Rezension vom „womöglich letzten Film des Regisseurs“ zu raunen, würde ich zumindest dem wohl nie nachsehen).
In Düsseldorf sass mir beim Pre-Show-Dinner der Fotograf des Veranstalters gegenüber und redete lang und breit über seine Drohne. In allem erkannte ich bei ihm, der sich selbst als Bildgestalter begriff, all diese Manierismen wieder wie Schuppen, mit denen die Szenen auf den Sets in Rœhlers Film gespickt sind. Auf eine seltsam kathartisch anmutende Weise durchlitt ich während meines Wartens auf Austern mit Bratwurst alle das, unter dem der Bad Director letzten Endes, am Ende seines verfilmten Lebens zusammenbricht.
Anderntags prangerte ich wieder einmal „die richtige Scheisswelt“ an, dabei eine Annonce der Frankfurter Buchmesse zerknüllend, auf der ausschliesslich für Sachbücher aus dem Spektrum KI und Mittlerer Osten etc geworben worden war.
Und was lese ich heute mit unermüdlichem Genuss, beinahe schon akribisch? Die Sachbuchbeilage. Die mit den literarischen Neuerscheinungen bleibt weiterhin unberührt.