01.06.
Im Zug nach Hamburg las ich zum letzten Mal für drei Wochen in der F.A.Z. Bald hatte mir gegenüber ein vollkommen unbehaarter Mann Platz genommen und seine in Croqs steckenden Füße bis weit über die Grenze zu meiner Sphäre hin ausgestreckt. Mit der Zungenspitze führte ein Hustenbonbon an der Rückseite seiner Zahnreihen entlang wie einen Stock an den Latten eines Zaunes. Gläsernes Geräusch.
Kaum hatten wir die Grenze zu Dänemark passiert, war die Verbindung zum Netzwerk fünfmal so schnell, der Schaffner lachte und teilte in scharkantig gefalteten Papiertüten verpackte Wasserflaschen aus und Fingersandwiches aus Knäckebrot. Später Marshmallows mit Himbeergeschmack. Marshmallows wurden klassischerweise aus Eibisch gekocht. Eibischbrei, schreibt zumindest Peter Peter, gehörte zu den Grundnahrungsmitteln der Menschen in der nördlichen Hemisphäre. So auch der ersten Dänen. Nach zwölf Stunden kam ich im Kloster an.
Nicht alles ist dort noch genau so, wie ich es in Erinnerung bewahrt hatte. Aber kaum hatte ich die Tür zum Atelier aufgeschlossen, war die Katze schon an mir vorbei in den Raum gehuscht und weigerte sich später auch, mich auf einen kleinen Rundgang durch den Park zu begleiten. Ihren angestammten Platz gibt sie jetzt nicht mehr so leicht auf.
Irre Wolken.
Im Supermarkt haben sie die Marke für Party Pølser gewechselt. Außerdem gibt es den von mir hoch geschätzten Flimmer Mix nicht mehr. Auch die Chips mit Jalapeño-Flavour fehlen und mein bevorzugtes Granola wurde umbenannt, heißt jetzt Crunch.
Alles andere, und das ist das Meiste: wie damals, wie im vergangenen Jahr. Traumhafterweise.
20 Uhr 49 Die Katze schläft.