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31.12.

31.12.

Beinahe kinderhandtellergroße Flocken heute nach Sonnenaufgang. Dichtes Treiben. Als ich gegen neun zum Supermarkt aufbrach, machte die ansehnlich gewordene Schicht ihre typischen Geräusche unter meinen Sohlen. In den Seitenstraßen standen die Hausbesitzer beisammen mit ihren Schaufeln und hielten Besprechungen. Die Wirklichkeit des Schneiens hatte sie zueinander geführt.

We create abstracted models of reality that we inhabit as if they were real, schreibt Jack Self. Und weiter: Fear of death has been replaced with fear of life (just 1 in 20 people over the age of 70 suffer from anxiety. Amongst those under 30, that figure is more than one third).

Im Supermarkt ist die Kassiererin mit der Gesichtslähmung wieder die, die jede einzelne Kundin mit Freundlichkeit beschenkt. Nicht weil sie soll, nur weil sie will. Eine mit Rollator weist sie darauf hin, dass sie zukünftig, also im nächsten Jahr, die Waren nicht mehr in dem der Gehhilfe eingebauten Korb zur Kasse transportieren sollte „wobei ich mir dessen bewusst bin, dass ich, sollte ich Ihr Alter erreichen, vor den selben Problemen stehen werde, wie heute Sie.“

Die Kundin daraufhin: Ja, wollen Sie denn überhaupt 80 werden?

Die Kassiererin: Ich will sogar hundert werden.

Mehr oder weniger zwangsläufig handeln meine kinderhandtellerförmigen Gedanken vom Tod.

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