25.12.
Abends in Sentimental Value (ich verstehe nicht, warum der Titel ins Englische übersetzt wurde), der mir weit weniger eindrucksvoll erscheinen sollte, als es mir in den vielen Rezensionen prophezeit worden war. Aber es gibt eine wunderschöne Szene mit lampionfarbenden Sonnenschirmen an nächtlichem Strand.
Während des Films aber geschah etwas seltsames. Ich bemerkte, dass ich unwillkürlich jeden Dialog ins Dänische zu übersetzen versuchte. Und nicht bloß die Sprechzeilen, auch die Handlungsbeschreibungen lieferte ich mir auf Dänisch mit. Beispielsweise, als jemand anklopfte, dachte ich, dass sie „på døren bankerd“ et cetera.
Da Dänisch auf Duolingo nur als englischsprachiger Kurs angeboten wurde, habe ich mich im vergangenen halben Jahr intensiv und jeden Tag in einer Art innerlichem Dreiländereck bewegt.
Dazu kamen noch verschärfend die zahlreichen Homophone der neuen Sprache, die mich an Worte in Sprachen gemahnten, die ich schon beherrschte. So zum Beispiel ikke, das nicht bedeutet, aber hier in Berlin alle naslang als ich verwendet wird. Oder jeg, dass ich bedeutet und mich vom Schriftbild an das je im Französischen erinnert, weswegen ich es immer wieder falsch ausspreche.
Das andauernde Hin- und Herübersetzen kenne ich freilich, in milder Form, schon seit jeher durch den Dialekt. Aber im Film von Joachim Trier, der ja eher Norweger ist, sprühten jetzt Funken.