15.03.
Im Wissenschaftskolleg landeten wir durch Schludrigkeit des Schlaks an einem Tisch mit lauter Biologen, die Mathias Énard, vielleicht für für diesen Abend nur, um sich geschart hatte. Es fiel mir, zu meiner eigenen Verblüffung, leicht, mit den Biologen ins Gespräch zu finden. Verdanks der Social Media ist man ja mittlerweile auch über einstmals abseitige Felder tragfähig informiert. Stichwort Tardigrada.
Im Anschluss: Geburtenkontrolle im Tierreich. Später länger mit ME zur Ratio von gelesenen und geschriebenen Seiten. Ich kenne in ganz Berlin, eventuell sogar im Land keinen schöneren Ort.
Anderntags dann mit den Ethnologen ans Nordkap von Weissensee, wo sich eine geradezu als chloroformiert zu bezeichnende Kultur des Ostdeutschen finden ließ. Inklusive eines sich als offen rechtsradikal vorstellenden Wirtes einer Kneipe, in der das für Berlin typische Süßbier «Porter» ausgeschänkt wurde.
In einem unweit davon besuchten Gasthaus, das komplett und mit einem irritierenden Hass auf alles erfüllten Detailwahn mit Memorabilia an die sogenannte Coronazeit dekoriert und beschriftet war, geriet man als Gast unter das Joch einer barsch und abschlägig sämtliche Wünsche bescheidenden Domina in himmelblauen Skinnyjeans. Heinz Bude hat sich in diesem Viertel ja sogar als Immobilienbesitzer niedergelassen. Wie hält er das aus?
Oder wie es in der Landesschau hieße: «Was treibt Sie an? Nehmen Sie uns doch ein Stück weit mit in ihre Welt. Malen Sie uns das Bild doch mit Farben aus. Wie fühlt sich das an?»