Zum Inhalt springen

7.3.

7.3.

Aus keinem spezifischen Grunde, vielleicht, weil es heute schon wieder schneite, dachte ich an einen Nachmittag in New York, in den neunziger Jahren, als ich dort zum ersten Mal war und beinahe zufällig auf einen Flohmarkt fand.

Damals noch auf der Suche nach Schallplatten, vor allem, wurde ich beim Cratedigging von einem Mann angesprochen. Ich weiß nicht mehr, ob ausgesucht höflich oder anderswie interessant. Wir unterhielten uns. Er war ein Einwohner Manhattans. Wie sich herausstellen sollte, schon sein ganzes Leben lang.

Ich kann mich an überhaupt kein Detail unseres Gespräches mehr erinnern. Aber die Datei hat den Titel «Schönes Gespräch mit einem echten New Yorker». Und ich weiß noch, dass ich damals dachte, dass ich unbedingt auch so lange wie nur möglich an einem Ort wohnen bleiben müsste, um eines Tages dann so profund und zugleich auf unterhaltsame Weise von meinem Lebensraum erzählen zu können.

Damals wohnte ich noch in Hamburg. Nach den Tagen in New York flog ich dahin zurück.

Heim? Möglich, dass ich die Stadt damals als solches bezeichnet hätte.

Wenn ich heute dorthin komme, nach Hamburg, ist beinahe alles weg, was ich kannte.

Wie ich das wohl erlebt hätte, wenn ich die ganze Zeit über vor Ort wohnen geblieben wäre?

Der Mann in New York ist mit Sicherheit längst tot.

Weiterlesen