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6.6.

6.6.

Gestern die Tagebücher von Rühmkorf aus den siebziger Jahren beendet und sofort mit dem nächsten Band weitergemacht. Es liegen zwanzig Jahre dazwischen, anscheinend hat er das Tagebuch durchgehend geführt aber aus irgendeinem Grund kommt nach 71/72 jetzt 89—91.

Von dem, was ich bislang erkennen kann, ist sein Schreiben vielleicht intensiver geworden in den Jahren, die wir noch nicht kennen. Im Klappentext ist die Rede von «extravaganten 15000 Seiten», die insgesamt vorliegen (unter Verschluss). Mein antiquarisch erworbenes Exemplar war jedenfalls zuvor noch kein Mal aufgeklappt worden. Das Lesebändchen lag, wie eingeklebt, inmitten der Seiten unter seinem Stein wie noch am allerersten Tag.

Aber die Zeit, von der er berichtet, aus dem Jahr, in dem ich geboren wurde, aus dem Jahr, in dem ich mich auf die Abitursprüfung vorbereiten musste, erscheint mir von meiner Zeit heute gar nicht sehr unterschiedlich. Schon gar nicht politisch.

Wenn man alles aufschreibt, bleibt alles da.

Für mich gibt es nichts schöneres unter der Sonne, derzeit, als das flirrende Grün der Akazienzweige

Abends bei den Vögeln am offenen Fenster liegen mit einem Buch, bis es dunkel wird.

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